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18.11.2021

Energiepreise: Das sollten Sie wissen.

An den sogenannten Spotmärkten – das sind die Großhandelsmärkte, an denen tagesaktuell Energie gehandelt wird - muss für Erdgas im Jahresdurchschnitt 2021 im Vergleich zum Vorjahr (2020) mittlerweile das Dreifache des Vorjahrespreises bezahlt werden, beim Strom deutlich mehr als das doppelte.

Erste Anbieter sind bereits in finanzielle Schieflage geraten und mussten Insolvenz anmelden, andere haben die Neukundengewinnung zwischenzeitlich komplett gestoppt. Und die allermeisten müssen derzeit ihre Preise verändern – oder werden dies wohl in Kürze tun.

Auch wir von der Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH sind gezwungen, unsere Energiepreise anzupassen.

Tatsächlich müssen wir beim Erdgas unsere Arbeitspreise zum 01.01.2022 anheben. Die Strompreise unserer Produkte können dagegen trotz der stark steigenden Großhandelspreise stabil gehalten werden. Wir mussten lediglich in der Grundversorgung Strom eine Erhöhung vornehmen. Hier haben wir die

Hintergründe für diese Entwicklungen für Sie informativ zusammengetragen.

#1 Wichtig zu wissen ist, …

… warum die Energiepreise nur zu einem kleineren Teil von uns als evb beeinflusst werden können!

Als evb können wir nur auf einen Teil Ihres Preises aktiv Einfluss nehmen. Auf Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte haben wir keine Einflussmöglichkeit – und deren Anteil ist hoch.

Zur Einordnung: Beim Strompreis für Haushaltskunden hatten Steuern, Abgaben und Umlagen laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) deutschlandweit im Jahr 2020 einen durchschnittlichen Anteil von 51 %. Die ebenfalls nicht direkt von Versorgern beeinflussbaren Netzentgelte variieren regional relativ stark und liegen im deutschlandweiten Durchschnitt 2021 bei etwa 25 %. Unterm Strich bleibt 2021 im bundesdeutschen Durchschnitt deshalb ein Anteil von 24 % der Kosten für Strombeschaffung, Vertrieb und Kundenservice, auf die ein Versorger überhaupt Einfluss nehmen kann – wobei der Großteil davon wiederum auf die derzeit explodierenden Beschaffungskosten entfällt.

Beim Gaspreis für Haushaltskunden liegt der Anteil für Steuern, Abgaben und Umlagen im Jahr 2021 bei 33 % und der Anteil für die Gasnetzentgelte bei durchschnittlich 26 %. Rund 40 % des Erdgaspreises machen Gasbeschaffung und –lieferung aus. Nur dieser Preisbestandteil erfolgt im freien Wettbewerb und bietet Anbietern Spielraum in der Preisgestaltung. Alle anderen Preisbestandteile sind staatlich reguliert oder vom Netzbetreiber festgelegt. Daher haben wir als Gasanbieter auf einen Großteil der Preisbestandteile keinen Einfluss.

#2 Wichtig zu wissen ist, …

… warum sich die Endkundenpreise für Erdgas und Strom derzeit so unterschiedlich entwickeln und dass das vor allem daran liegt, wie sich die staatlich induzierten Preisbestandteile verändern.

Dass die Strompreise für Endkunden – im Unterschied zu den Gaspreisen - trotz der Preisexplosion an den Energiebörsen aktuell stabil gehalten werden können, hat zwei Gründe: Zum einen unsere vorausschauende Beschaffungsstrategie. Zum anderen die Reduzierung der EEG-Umlage (von 6,5 Cent auf 3,723 Cent pro Kilowattstunde), mit der die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert wird. Unterm Strich wird es für uns dadurch möglich, die Strompreise stabil zu halten.

Ganz anders stellt sich die Situation für Erdgas dar: Auch hier kaufen wir vorausschauend und langfristig ein. Dadurch können wir besonders heftige Preissprünge an den Rohstoffbörsen für Sie abfedern. Allerdings kann der extreme Anstieg der Gaspreise im Großhandel nicht völlig aufgefangen werden. Zusätzlich steigt der Anfang dieses Jahres neu eingeführte nationale CO2-Preis für fossile Brennstoffe. Und zwar von 25 Euro pro Tonne auf 30 Euro pro Tonne, also um 20 %. Diese Kombination aus höheren Einkaufspreisen und steigendem CO2-Preis lässt sich nicht vollständig auffangen.

#3 Wichtig zu wissen ist, …

… warum die evb so vorsichtig und vorausschauend beim Strom- und Erdgaskauf agiert und wie sich das (auch) auf Ihre Preise auswirkt.

Obwohl sich die Börseneinkaufspreise bei Erdgas und Strom für ALLE Versorger in letzter Zeit ungünstig entwickelt haben, müssen nicht alle in gleichem Umfang ihre Endkundenpreise verändern. Einige heben ihre Preise deutlich mehr an als andere. Andere kündigen sogar bestimmten Kundengruppen oder stellen die Neukundenakquise komplett ein.

In der aktuellen Situation spielt die jeweilige Einkaufspolitik eine große Rolle. Denn auch wenn die Beschaffungskosten nur ein Preisbestandteil von mehreren bilden, macht es sich in der aktuellen Situation doch deutlich bemerkbar, welche Strategie ein Versorger bei seiner Beschaffung verfolgt.

Wir von der evb setzen auf eine eher vorsichtige und vorausschauende Einkaufsstrategie. Wir decken einen größeren Teil unserer Einkaufmengen deshalb über längerfristige Lieferverträge mit stabilen Preisen und einen kleineren Teil unserer Einkaufsmengen über kurzfristigere Einkäufe als manche Wettbewerber. Wie wirkt sich das aus? Steigen die Preise – wie aktuell – kurzfristig stark an, wirkt sich das auf unsere Kostensituation weniger stark aus als auf die von Anbietern, die ihren Bedarf kurzfristiger decken. Für unsere Kunden bedeutet dies mehr Planungssicherheit und Stabilität – gerade in unruhigen Zeiten.

#4 Wichtig zu wissen ist, …

… dass wir von der evb Sie als Kunden gerade jetzt umfassend unterstützen, beraten und betreuen.

Um Kunden gerade in der aktuellen Situation umfassend zu unterstützen, bieten wir einen persönlichen Tarif- und Spar-Check an: Telefonisch, online oder auch im direkten Kontakt wird gemeinsam mit Ihnen überprüft, ob zum Beispiel der Wechsel in einen anderen Tarif sinnvoll für Sie ist. Außerdem wird geklärt, welche Energieeinsparmöglichkeiten individuell zielführend sind und welche Fördermöglichkeiten gegebenenfalls genutzt werden können, um zum Beispiel die veraltete Heizung durch eine sparsamere und umweltschonendere zu ersetzen. Weiterführende Informationen dazu stellen wir online unter https://www.evb-energy.de/energieloesungen/foerderprogramme zur Verfügung.

Diese Fachbegriffe bestimmen derzeit die Diskussion!

Die derzeitige Entwicklung im Energiebereich wird von einigen Fachbegriffen und -kürzeln geprägt, die oft kaum verständlich sind. Wir haben hier für Sie drei derzeit besonders wichtige erklärt:

„CO2-Preis“:

2021 wurde in Deutschland das Brennstoffemissionshandelsgesetz – kurz BEHG – eingeführt, mit dem die Bundesregierung die Klimawende weiter vorantreiben und den CO2-Ausstoß in unserem Land reduzieren möchte. In diesem Gesetz wurde festgelegt, dass auf „in Verkehr gebrachte Brenn- und Kraftstoffe“ im Jahr 2021 neben anderen Branchen auch von uns als Erdgasversorger ein CO2-Preis auf das von uns an Sie gelieferte Erdgas von zunächst 25 Euro pro Tonne CO2 erhoben wird - was brutto 0,54 Cent pro Kilowattstunde entspricht. Zum 1. Januar 2022 sind brutto 0,65 Cent pro Kilowattstunde zu entrichten. Die Kosten erhöhen sich also für uns allein dadurch um 0,11 Cent pro Kilowattstunde. Ebenfalls wichtig zu wissen: Fällt bei der Erzeugung von Strom (z.B. in konventionellen Kraftwerken) CO2 an, sind die Erzeuger dazu verpflichtet, für die dabei entstehenden Emissionen CO2-Zertifikate zu erwerben, also ebenfalls einen CO2-Preis je Tonne CO2 zu bezahlen.

„EEG“:

EEG steht für das Erneuerbare-Energien-Gesetz, über das geregelt wird, dass Strom aus erneuerbaren Quellen (z.B. aus Photovoltaikanlagen) bevorzugt in das deutsche Stromnetz eingespeist wird, indem für diesen Strom feste Einspeisevergütungen gezahlt werden. Dadurch gegebenenfalls entstehende Kosten werden über die EEG-Umlage – die nicht von den Versorgern beeinflusst werden kann – auf die Gesamtheit der Stromkunden „umgelegt“, daher der Name. Wichtig zu wissen: Tatsächlich hat die EEG-Umlage mittlerweile einen nicht unmaßgeblichen Anteil am Gesamtstrompreis. Größere Veränderungen wirken sich deshalb direkt auf die Gesamtkostenstruktur aus. So ist das auch derzeit der Fall: Am 15. Oktober wurde nämlich bekanntgegeben, dass die EEG-Umlage von 6,5 auf 3,723 Cent pro kWh reduziert wird. Diese sinkende EEG-Umlage trägt nun direkt zur Kompensation der Strompreissteigerung auf der Beschaffungsseite bei.

„Netznutzungsentgelte“:

Netznutzungsentgelte sind sowohl Kostenbestandteile des Strom- als auch des Erdgas-Endkundenpreises. Letztlich handelt es sich dabei um Gebühren, die vom sogenannten Netzbetreiber dafür erhoben werden, dass Strom oder Erdgas vom Erzeuger zum Kunden geleitet wird. Abgerechnet wird damit also der Aufwand für die Errichtung und den Betrieb der Netze für Erdgas und Strom. Wichtig: Die Kosten dafür steigen seit einiger Zeit, weil die durchgeleiteten Mengen stärker schwanken als früher – und dies kostenintensive Aus- und Umbauten der Netze nach sich zieht.

Häufig gestellte Fragen – und Antworten darauf:

Ändern sich bei der evb aktuell die Strompreise?

Die Strompreise der evb können trotz stark steigender Großhandelspreise stabil gehalten werden. Zum einen gelingt uns das durch unsere vorausschauende Beschaffungsstrategie, die durch langfristige Verträge gekennzeichnet ist. Denn dadurch schaffen wir mehr Planungssicherheit und Stabilität – gerade in unruhigen Zeiten. Zum anderen wirkt sich die Reduzierung der EEG-Umlage kostensenkend aus, mit der die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert wird. Unterm Strich ist es dadurch möglich, die Strompreise stabil zu halten.

Werden die Abschläge für Strom und Erdgas angepasst?

Ja. Tatsächlich passen wir die Abschläge an die aktuelle Entwicklung an, aber erst mit Erhalt Ihrer Jahresverbrauchsabrechnung Anfang Februar 2022. Die Anpassung der Abschläge ist vom Preis und vom Verbrauch des jeweiligen Vorjahres abhängig. Details dazu können Sie als Kunde den individuell übermittelten Abschlagsplänen auf der Jahresverbrauchsabrechnung entnehmen.

Verändern sich die Erdgaspreise bei der evb?

Seit Jahresbeginn hat sich der sogenannte Spotmarkt-Gaspreis im Großhandel mehr als verdreifacht. Zusätzlich steigt der 2021 neu eingeführte nationale CO2-Preis für fossile Brennstoffe. Diese Kombination aus höheren Börseneinkaufspreisen und steigendem CO2-Preis lässt sich trotz unserer sehr vorausschauenden und seriösen Einkaufsstrategie und unserem umsichtigen Wirtschaften nicht vollständig auffangen. Deshalb müssen beim Erdgas die Arbeitspreise zum 01.01.2022 angehoben werden.

Muss ich jetzt meine Zählerstände übermitteln?

Nein, das müssen Sie aktuell nicht. Den Zählerstand können Sie uns zur Jahresverbrauchsabrechnung Ende Dezember 2021 übermitteln, der dann direkt in die Jahresendabrechnung einfließt. Dazu werden Sie von uns nochmal separat aufgefordert. Sie können die Zählerstände online in unserem neuen Kundenportal übermitteln oder sie uns unter der 0800 664 69 85 auch telefonisch durchgeben.

Wir sind die evb – und gerne für Sie da!

Wir sind nah - und vor Ort präsent. Wir bieten kundenorientierte Versorgungsleistungen zu fairen und transparenten Konditionen sowie einen umfassenden Service. Alle Kolleginnen und Kollegen bei der evb nehmen sich gerne für Sie Zeit. Gerade auch dann, wenn Sie Fragen haben und Unterstützung wünschen.

Sprechen Sie mit uns, lassen Sie sich beraten:

Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH
Johannisstraße 9
99817 Eisenach

Telefon
0800 664 69 85

Servicezeiten
Mo - Do: 9:00 - 17:00 Uhr
Freitag: Termine nach Vereinbarung
(Wir befinden uns derzeit im Wartburgkreis in Corona-Warnstufe 3. Die Wahrnehmung von Vor-Ort Terminen ist daher nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung möglich.)

E-Mail
kundenservice@evb-energy.de - oder nutzen Sie unser Kontaktformular unter https://www.evb-energy.de/kontakt.